Bildungspolitik

Das Schulsystem Togos und auch die Lehrpläne wurden vom ehemaligen Besatzer Frankreich übernommen; dies bedeutet viel auswendig lernen, wenig denken. Die Schulpflicht beträgt sechs Jahre, was einer abgeschlossenen Primärschule entspricht. Für den Besuch von Vor- und Primärschulen muss seit dem Schuljahr 2008/2009 kein Schulgeld mehr entrichtet werden.

Das Bildungswesen Togos leidet unter großem Lehrermangel, einer geringeren Qualität im ländlichen Raum, sowie unter hohen Wiederholungs- und Abbruchraten.

Der Staat investiert nur wenig in das Bildungswesen. Finanzielle Nöte und Traditionen erschweren es auf dem Land vor allem den Mädchen, die Schule zu besuchen. So überrascht es kaum, dass 47% der Togoer über 15 Jahren Analphabeten sind.

Die Alphabetisierung ist dabei stark vom sozioökonomischen Umfeld und  geschlechtsspezifisch geprägt. In den Städten ist sie höher als in ländlichen Gegenden. Während die Alphabetisierungsquote der Männer über 70 Prozent beträgt, schaffen es Frauen nur auf etwa 40 Prozent. Die Schulbesuchsquote in der Stadt liegt bei 77,1 Prozent (73 Prozent bei Mädchen, 80 Prozent bei Jungen). Im Vergleich dazu, ist zu ländlichen Gegenden hin ein starker Abfall festzustellen.

Vorzeitiger Schulabbruch ist in Togo leider an der Tagesordnung. Grund dafür sind die hohen Kosten für Schulbedarf (Hefte, Bücher) oder auch die Abgaben für die Gehälter der Lehrer. Für die Bildung der Kinder geht daher häufig der Großteil eines durchschnittlichen Monatseinkommens drauf. Darüber hinaus werden vor allem in ländlichen Regionen die Kinder bei der Feldarbeit gebraucht

Bei Reisen durch ländliche Regionen in Togo fällt auf, dass Schulen und Kindergärten entweder gar nicht oder nur in einem desolaten Zustand vorhanden sind. Abgesehen von vielen maroden oder nicht vorhandenen Schulgebäuden fehlt es an allem, was zu einem geregelten Schulalltag gehört. Selbst Tafelkreide und Sitzgelegenheiten sind Mangelware. Viele der Kinder haben nicht genügend Unterrichtsmaterialien wie Hefte und Bücher, da dies von den Eltern selbst bezahlt werden muss.

Weiterführende Schulen, wie das Collège oder das Lycée (entspricht der Realschule und dem Gymnasium) sind gebührenpflichtig, da dies über die normale verpflichtende Ausbildung hinausgeht. Sie sind jedoch oftmals Grundlage für eine Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz.

Togo hat zwei staatliche Universitäten, in Lomé und in Kara. Leider ziehen die Studenten dort ein Informatikstudium, welches schlechte Berufsaussichten hat, einem benötigten Studium, wie Agrar- oder Lebensmittel-wissenschaften vor. Zudem sind auch hier die Abbruchquoten hoch.

Staatliche Ausbildungsinstitute sind nur in beschränktem Maße vorhanden. Die pädagogischen Akademien für die Ausbildung der Primärschullehrer in Kara und Notsé sind seit mehreren Jahren wegen fehlender finanzieller Mittel geschlossen. Private Ausbildungsplätze entsprechen oftmals nicht den Standards, da Ausbilder in Togo keine bestimmten Qualifikationen vorweisen müssen.

Die togoischen Unterrichtsmethoden sind sehr streng, die Prügelstrafe ist noch üblich. Der Unterricht beginnt jeden Morgen mit dem Morgenappell und einem Lied oder Gebet.

 
Anmerkung: Diese Informationen  entstammen größtenteils der Website des Auswärtigen Amtes ( www.auswaertiges-amt.de ), ergänzt durch eigene Erfahrungen.