Land & Leute

In einem Entwicklungsland wie Togo ist es nahezu unmöglich eine genaue Aussage bezüglich der Bevölkerungsgröße zu treffen. Man schätzt die Einwohnerzahl auf etwa 6,9 Millionen Einwohner. Bezogen auf die Größe des Landes entspricht dies einer Bevölkerungsdichte von rund 121 Einwohnern je Quadratkilometer.

Die Hälfte der Bevölkerung ist 16 Jahre alt oder jünger. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 19,4 Jahren. Ein Togoer, der im Jahr 2011 geboren ist, hat unter den gegenwärtigen Gegebenheiten eine Lebenserwartung von 63,1 Jahren. Durch eine derart geringe Lebenserwartung erscheint es kaum verwunderlich, dass lediglich 3,2% der Togoer über 65 Jahre alt sind. Traurige  Wahrheit: Die Lebenserwartung ist mit 63,1 Jahren die höchste Westafrikas.

Trotz der hohen Geburtenrate von 4,9 Kindern pro Frau liegt das Bevölkerungswachstum nur bei 2,7%. Verantwortlich sind hierfür vor allem die zahlreichen Fehl- oder Todgeburten, die u.a. durch Mangel- und Fehlernährung und harte Arbeit hervorgerufen werden. Desweiteren ist die Kindersterblichkeit wie in vielen Entwicklungsländern mit offiziell 5,8% relativ hoch.

         

Die Togoer sind ein lebenslustiges und fröhliches Volk. Musik und Gesang begleiten sie durch den Alltag. 

Das Leben in Togo spielt sich im Freien ab. Dort wird gekocht, gegessen, gewaschen, gearbeitet und in der Trockenzeit auch oft geschlafen. Morgens steht man gegen 5 Uhr mit der Sonne auf. Abends in der Dämmerung (ca. 18 Uhr) beginnt man mit dem Kochen des Abendessens. Anschließend sitzt man noch zusammen oder trifft sich auf ein Bier in der nächsten Bar. 

Togoer haben jede Zeit der Welt, sind daher häufig unpünktlich. Was sich nur nach einem typischen Vorurteil über Südländer anhört, kann Deutsche in Togo anfangs schon wirklich ärgern. Ist 8 Uhr als Treffpunkt ausgemacht, so ist 10 Uhr auch ok. Bei gewissenhaften Togoern kann man aber ab einer halben Stunde Verspätung mit einem Anruf rechnen. Bei der Tagesplanung sollte zudem beachtet werden, dass Togoer zwischen 12 Uhr und 15 Uhr eine Siesta abhalten, welche ihnen heilig ist. Diese Mentalität kann aber auch sehr entspannend sein, weit weg vom Stress und Zeitdruck in Europa.

Sehr großes Ansehen genießen in Togo alte Menschen und die jeweils  Ranghöchsten. Ihnen bringt man stets den entsprechenden Respekt entgegen. So ist es üblich, dass man ältere Frauen, wie beispielsweise die Hebamme, mit „Mama“ anspricht.

In Togo sind scheinen alle Menschen „mon frère“ oder „ma sœur“ (mein Bruder, meine Schwester) zu sein. Jedoch sollte man sich davon nicht in die Irre leiten lassen. Dies hat oftmals nichts mit dem Verwandtschaftsgrad zu tun, sondern mit Freundschaft, Respekt und Anerkennung. In Ewe sind die Begriffe „tata“ (große Schwester) und „fofo“ (kleine Bruder) geläufig.

Kunterbunt ist auch sonst das Treiben auf Togos Straßen. Ein allseits beliebtes Transportmittel sind die Buschtaxis. Sie halten nach Wunsch und an ausgewiesenen Haltestellen in verschiedenen Städten und Dörfern und werden für größere Fahrten genutzt. Diese Autos sind grundsätzlich überladen. Nicht selten werden in einem einfachen Fünfsitzer zehn bis zwölf Personen (vier vorne, acht hinten) transportiert, dazu mehrere Gepäckstücke und Tiere. Auch wenn dies für einen Europäer unglaublich und unzumutbar erscheint, ist eine Fahrt im original togoischen Buschtaxi für jeden Besucher ein Muss.

In Städten, wie beispielsweise Kpalimé, nutzt man in der Regel das Mopedtaxi. Durch einfaches Nicken oder Heranwinken kann man die Fahrer auf sich aufmerksam machen und nach Verhandeln des Preises durch die Stadt düsen. Für Weiße kostet die einfache Fahrt schon gerne auch mal das Doppelte. Bei Kenntnis der üblichen Preise und Standhaftigkeit ist diese aber schnell wieder auf Normaltarif. Für eine Fahrt ist in etwa mit 150-200 CFA (30 Cent) zu rechnen.